Die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie UBIT der Wirtschaftskammer Vorarlberg hatte am 10. Juni im Vorfeld der Constantinus-Verleihung im Festspielhaus erstmals Mitglieder, Kunden und interessierte Unternehmer zum 1. Vorarlberger Beratungssymposiums geladen. Zahlreiche Teilnehmer folgten der Aufforderung, sich über wichtige Themen für KMU auf den neuesten Stand zu bringen. Internationalisierung und Innovation bildeten dabei die Schwerpunkte auf der Premiere des Symposiums, das jährlich zu spannenden Branchen- und Wirtschaftsthemen wiederholt werden soll.
Internationalisierung ist nicht nur für Global Player, sondern auch für viele kleine und mittlere Unternehmen von der Ausnahme zur Regel geworden: Hohe Arbeitskosten im Heimatmarkt und eine stagnierende Nachfrage sind hierfür oft entscheidende Motive. Gerade für KMU ist der Schritt ins Ausland jedoch mit besonders hohen Risiken verbunden. Nicht selten scheitert die Internationalisierung an knappen finanziellen und personellen Ressourcen und mangelnden Kenntnissen der ausländischen Märkte. Dirk Holtbrügge, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management an der Universität Erlangen-Nürnberg und Berater von zahlreichen Unternehmen gab einen Überblick über erfolgreiche Internationalisierungs-Strategien und zeigte auf, was Vertreter der heimischen Wirtschaft bei der Wahl des Auslandsmarktes, der Markteintrittsstrategie und der Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Kunden von anderen KMU lernen können.
Vom Bregenzerwald zum Panamakanal
Dorner Electronic aus Egg im Bregenzerwald ist ein Beispiel für erfolgreiche Internationalisierung. Der heutige Marktführer für Komplettlösungen im Bereich Bauindustrie wurde als Familienunternehmen gegründet und ist heute in vielen Ländern mit Projekten, wie etwa beim Ausbau des Panamakanals, vertreten. Geschäftsführer Andreas Dorner ging auf seine Erfahrungen mit dem „Going Abroad“ ein und zeigte auf, wie sich KMU in „der großen Welt“ behaupten können.
Der Weg in andere Märkte muss auch finanziert werden. Wie dies im Rahmen einer Internationalisierungsstrategie abseits der klassischen Kreditaufnahme auch durch Finanzinvestoren möglich ist, darin gab Harald Pöttinger, Vorstand der Hypo Equity, Einblick.
Innovation ohne eigene F&E
KMU sind oft innovativer als angenommen – so die Kernbotschaft von Eva Kirner, die sich am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung seit Jahren mit dem Thema Innovation auseinandersetzt. Kirner ist überzeugt, dass Erfindungen nicht alleine an der Höhe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) zu messen sind. Das belegte sie in ihrem Vortrag unter anderem mit den neuesten Erkenntnissen der Innovationsforschung. Zudem zeigte sie Erfolgsfaktoren auf, die es KMU ermöglichen, ihre Stärken gezielt zu nutzen und typische Innovationsbarrieren zu überwinden.
Den Abschluss bildete ein Key-Note-Statement von Prof. Dr. Gunter Dueck, Buchautor, Cheftechnologe und Business Leader Dynamic Infrastructure, IBM Deutschland, mit dem Titel "Innovation - schaffen wir das, die wir nur zu sparen lernten?".